Kindheit

Donnerstag, 27. Juli 2006

Immer mitten in die Fresse rein

Als Grundschüler war SirParker etwas, das man heute klassisch "Opfer" nennen würde. Zwar nicht besonders klein, aber extraschmächtig. Mit Oberarmen, die das Oberkörperäquivalent zu den MC´schen Sirupfäden waren, musste er als Zweitklässer die Launen der evolutionär eher rückwärtig ausgerichteten Neandertaler Viertklässer schutzlos ertragen.

Einer eben dieser Stammhirnverweigerer war Martin. Groß. Stark. So dumm, wie zehn Meter Feldweg. Er war mit elf der Älteste in der Vierten, weil er gleich zu Beginn seiner schulischen Laufbahn entschieden hatte in der ersten Klasse durchzufallen. Die Schuld dafür gab Martin scheinbar mir, anders kann ich mir nicht erklären, dass er mich ständig auf dem Kieker hatte. Dieser rothaarige, mit Sommersprossen übersähte Intelligenzignorant verprügelte mich des Öfteren ohne mir einen entsprechenden Grund zu nennen. Hätte ich seine Mutter beleidigt, oder seine Freundin gepimpert, wäre das alles ja noch verständlich gewesen, doch grundlos vertrimmt zu werden war einfach nicht akzeptabel.

Eines schönen beschissenen Morgens, als es mal wieder soweit war, und er mich suchte um seine tägliche Portion Prügel abzugeben, hatte ich endgültig genug. Ich ging zu ihm hin und sprach ihn direkt an... "Warum hackst Du eigentlich dauernd auf mir rum, ich hab Dir doch garnichts getan?". Ein kurzes Zögern seinerseits war die einzige Reaktion, dann erkannte ich in seinen Augen, dass er die Frage scheinbar nicht verstanden hatte. Quasi buffer overflow! The person you´ve called is temporary not available! - Dann bekam ich wieder Dresche!

Rückblickend betrachtet war es keine sehr schöne Zeit, aber die Welt ist nicht immer so ungerecht, wie sie es im ersten Augenblick zu sein scheint. Irgendwann einige Wochen später begab es sich, dass Martin auf einem Volksfest meinen Cousin traf. Meinen Cousin, der nicht nur elf Jahre älter ist als ich, sondern auch mit seinen Kumpels des örtlichen Fußballvereins dort war. Da dieser von meinen "Misshandlungen" durch Martin wusste, sah er es als seine Pflicht an sich für mich ein- und Martin zuzusetzen. Der rothaarige Sommersprossenterrorist tat mir beinahe leid, als er von vier Mann auf die Fresse bekam... aber nur beinahe. Nach der Tracht Prügel klärte ihn mein Cousin über den Grund dafür auf ("Wenn Du den Kleinen nochmal belästigst, komm ich zu Dir nach Hause!") und seit diesem Abend, hatte ich meine Ruhe.

Da Martin aber auch später sicher wieder den Drang verspürte Leute zu quälen, arbeitet er heute wahrscheinlich bei der GEZ oder ist Politesser...

Dienstag, 27. Juni 2006

Der Rasenmäher-Mann

Der Medienjunkie hat dazu aufgefordert, einen Beitrag über erste Ferienjobs schreiben, deshalb nun eine weitere Rückblende in die Kindheit des Sir, zurück zu dem Job, mit dem er sich das Geld für die Schläger, die ihn erpresst haben Kippen, Schnaps und Pornomagazine verdient hat.

Es war Sommer und ich hatte mich entschlossen in diesen Ferien mal nicht auf der faulen Haut rumzuliegen, sondern etwas zu tun... etwas großes... ARBEIT! Nun ist es so, dass in der pfälzischen Provinz gerade in den kleineren Dörfern es schwierig ist als Jugendlicher Arbeit zu bekommen. Für´s Teppichknüpfen werden nur jüngere eingestellt, Fußbälle werden neuerdings in Taiwan genäht und ein 14jähriger Spargeltarzan hat als Türsteher der mäßig besuchten Dorfdisco ebenso große Chancen wie Holland auf ein WM-Finale.

Zum Glück kannte ich jedoch jemanden in der kommunalen Verwaltung, und so war es mir möglich einen Job bei den Landschaftsgärtnern zu bekommen... man hatte das personifizierte Unkraut-Ex, den Mann mit dem schwarzen Daumen, die Person deren Gegenwart ausreichte um Pfalzen eingehen zu lassen für die dörflichen Grünanlagen mitverantwortlich gemacht.

Zuerst musste ich jedoch (man beachte die Überschrift) den Rasen mähen... den Friedhofsrasen um genau zu sein. So zog ich also mit Rasenmäher bewaffnet und Walkman im Ohr (Playlist: "Who want´s to live forever", "Heut ist ein guter Tag zum Sterben", "Only the good die young" uvm.) meine Runden auf dem örtlichen Todesacker. Die Stellen, die man mit dem Mäher nicht befahren konnte, mussten von Hand geschnitten werden... mit der Sense! So kam es, dass SirParker im Sommer ´94 ganz in schwarz gekleidet mit einem recht bleichen Gesicht und einer Sense in der Hand auf dem Friedhof stand... und das für 10 Mark die Stunde.

Neben dem Rasenmähen mussten auch noch öffentliche Plätze gekehrt, Lattenzäune am Kinderspielplatz gestrichen und und Unkraut aus Bordsteinfugen gekratzt werden... ich war also viel an der frischen Luft! Die Arbeit hat eigentlich auch Spaß gemacht, zumal wir drei Ferienarbeiter waren und ich mich mit den anderen gut verstanden hab. Die drei Wochen waren entsprechend schnell vorbei... leider hab ich genau so schnell aus das verdiente Geld ausgegeben...

Soviel also zu meinem ersten Ferienjob...

ps: Am letzten Arbeitstag, als ich nochmal mit Mähen dran war sah ich plötzlich eine Blindschleiche im Gras. Um sie vor dem Messer zu retten nahm ich sie in die Hand und wollte etwas abseits wieder absetzen. Dass mir das Vieh dann aber in die Hand geschissen hat nahm ich ihm so übel, dass es nun einen hohen Bogen direkt in ein distelbewachsenes Waldstück machte!

Dienstag, 30. Mai 2006

Wildwuchs

Seit frühester Kindheit bin ich gestraft... mit Haaren so dick, dass es jedem Friseur Tränen in die Augen treibt. Man mag es kaum glauben, aber meine Haare werden nicht mit der Scheere geschnitten, sondern mit dem GT545 und meine Stylingprodukte kommen nicht aus dem Hause Schwarzkopf von sondern von Pritt und Pattex

Dabei fing alles so klasse an... - Ich war das, was man gemeinhin "ein wunderhübsches Baby" nennt. Ok, ich hatte Babyspeck - und zwar jede Menge - aber dass die mich gleich Pummelchen nennen mussten?!? Als Mann muss man eben entscheiden, was wirklich wichtig ist und als ein- bis vierjähriger Mann war das für mich eben "essen" und "schlafen"! (Leider hab ich diese Lebensweise so perfektioniert, dass meine Mutter noch heute sämtlichen Bekannten die ich mit nach Hause bringe erzählt, dass ich früher recht einseitig gelebt habe - "... der kleine Stinker hat ja früher nur gefuttert, geschissen und gepennt....". Danke Mama!)

Außer dem Babyspeck hatte ich aber noch eine goldblonde Lockenpracht... zu meinen strahlend blauen Augen. Die Filmstudios rissen sich um mich, arabische Adelige wollte mich als zukünftigen Schwiegersohn kaufen, doch meine Eltern wollten mich auf dem Dorf zu behalten... Danke Eltern! Irgendwann entschieden sie sich dann den bis dato friseurtechnisch jungfräulichen SirParker doch mal zum Schneiden des Haupthaars beim lokalen Friseur anzumelden... und nach dem zweiten Besuch dort hatte sich das mit Locken erledigt. "Rausgewachsen!" so der lapidare Kommentar des Scheerenpfuschers.

Nun war es nicht nur so, dass ich ab da keine Locken mehr hatte, nein ich war auch noch mit zwei Wirbeln gestraft... einen vorne rechts, den anderen an der rechten Hinterkopfseite! Der Wirbel vorne rechts bescherte mir von Natur aus einen Seitenscheitel, auf den der Führer neidisch gewesen wäre. Da ich den Führer aber nicht mag und schon garnicht wie dieser aussehen wollte versuchte ich alles um einen modischen normalen Haarschnitt zu bekommen. Ich pilgerte von Friseur zu Friseur und erhielt doch immer die gleiche Antwort... "Tut mir leid, da kann man nix machen"! Unten wie Telekom-Aktien akzeptierte ich den Front-Verunstalter, ich hatte ja noch ein anderes Problem: den Hinterkopfwirbel! Die um ihn herum befindlichen Haare ragten stets wild in alle Richtungen vom Kopf weg. An jedem verdammten Morgen sah ich aus, als hätte man mir eine explodierte Ratte an den Kopf getackert... was erklärt, warum das mit der ersten Freundin so lange gedauert hat! Doch hier war eine Lösung einfacher: Gel! Im 10-L--Bonus-Eimer! Wella hat durch mich seinen Jahresumsatz 13% steigern können.

Nun, wo das Haarproblem gebändigt war, konnte ich auch mit dem Frustfressen aufhören und wurde der schlanker, blauäugiger Gentleman, der ich heute bin... ok, die Haare sind mittlerweile trotz meines jugendlichen Alters etwas grau, aber hey, die Ladies stehen drauf! Trotzdem gilt mein Dank dieser Firma für Haarpflegeprodukte, die mir meinen ersten Geschlechtsverkehr ermöglicht hat...

... danke Wella!

Mittwoch, 17. Mai 2006

Loser

Du warst in der Schule ständig unbeliebt? Du wurdest beim Völker-/Fuß-/Handballunterricht immer als letztes in die Mannschaft gewählt (nach allen Mädchen und Hubert, dem dicken Grobmotoriker)? Du hast von Klassenparties immer erst erfahren, wenn alle in der Schule darüber gesprochen haben, wie toll diese waren? Willkommen in meiner Welt!

Ja, ich war ein unbeliebter Mitschüler. Von den Mädels verspottet, von den Jungs mitleidig belächelt… selbst die kartenspielende Heavy-Metal-Fraktion hielt Abstand zu mir. Zu groß war die Gefahr von der Aura des Verlierers mit ins Verderben gerissen zu werden. Zu einer Zeit als Dr. Alban auf dem Höhepunkt seiner Karriere war und der junge SirParker anfing sich für das andere Geschlecht zu interessieren, waren meine Chancen bei der holden Weiblichkeit so groß wie Quarks. Dabei gab ich mir alle Mühe auch cool und lässig zu wirken… ich trug Baseball-Caps der Chicago Bulls und wollte ums verrecken ein Paar von diesen sagenhaften "Reebok Pump" haben, mit denen Michael Jorden so hoch springen konnte. Leider waren meine Eltern der Ansicht, dass 250 DM für Turnschuhe zu viel seien und der Mehrwert (in Form von anerkennenden Blicken der anderen), den diese Schuhe für mich gehabt hätten war ihnen nicht bewusst… oder aber egal.

Ein weiterer Punkt, der mich zusehends zum Außenseiter in der unterstuflichen Klassengemeinschaft machte, war die Tatsache, dass ich Pickel hatte… nicht diese wirklich üble Akne, sondern nur ab und an vereinzelte Eiterbeulen… die dann aber meist recht groß und eklig. Sämtliche Versuche diesen pubertären Entzündungsvulkane per Clearasil, Reinigunsmitteln und sonstigen Pflegeprodukten Herr zu werden misslangen und hatten meistens nur eine erweiterte Rötung der entsprechenden Gesichtsstelle zur Folge. Abdeckstifte oder sonstiges Make-Up kamen für mich damals nicht in Frage, denn welcher Kerl schminkt sich denn schon? Der, mit dem die Frauen später die Disco verlassen um bei ihm zu frühstücken, wie ich heute weiß.

Da war ich also, 14 Jahre alt, mit fettigen Haaren und Pickeln gestraft und einem Outfit, das einen in der markenorientierten Gemeinschaft des Provinzgymnasiums so gerngesehen machte, wie Schimmel im Bad. So konnte es nicht weitergehen, deshalb beschloss ich etwas zu ändern… "Papa, ich will mit die Haare blau färben." Seine lapidare Antwort: "Nur über Deine Leiche!" Ok, der erste Versuch war also fehlgeschlagen. Als nächstes kam mir der Gedanke, dass Sportler bei den Mädels auch immer gut ankommen, also ging ich in einen Fußballverein. Nun muss man wissen, dass in meiner Familie Fußball schon immer eine große Rolle gespielt hat. Vom Ur-Opa, bis zum kleinen Cousin waren/sind alle echte Ballkünstler, spielten teilweise sogar in Auswahlmannschaften. Doch in jeder Herde gibt es auch ein schwarzes Schaf und was Fußball anging war ich schwärzer als Edding. Zu sagen ich hätte zwei linke Füße, hätte es ganz gut beschrieben… aber außerdem noch zwei linke Beine, die aus jeweils acht Knieen bestanden. Mein Trainer meinte eines Tages, dass er sich fragt, wie ich überhaupt geradeaus laufen könne... ok, damit war das Thema "Per Sport zu Freunden" auch vorbei.

Weitere Versuche wie das Immitieren von Beliebten, oder das Auflehnen gegen den Lehrer, um als Rebel zu gelten scheiterten ebenfalls kläglich und irgendwann hatte ich genug. Ich hatte keine Lust mehr mich zu verbiegen… hatte mich damit abgefunden, ein Verlierer zu sein. Einer dessen einzige Geschlechtspartner ein Ventil haben. Einer, der später mal einen Hund hat um nicht alleine zu wohnen… oder schlimmer noch - der mit 46 immer noch zu Hause bei Mama wohnt! Just zu der Zeit brachte Beck seinen Song "Loser" raus…

Rückblickend betrachtet, war es keine schöne aber eine lehrreiche Zeit. Ich hab irgendwann beschlossen mich nicht mehr zu verbiegen, sondern ich selbst zu sein. Nach vollzogenem Stimmbruch und dem (zum Glück recht frühen) Ende der Pubertät, hatte sich auch die Sache mit der unreinen Haut und den fettigen Haaren erledigt. Als letzte Verunstaltung blieb nur eine große Nase in meinem Gesicht zurück… seltsamerweise schreckte das die Frauen aber nicht ab, sondern schien sich sogar positiv auszuwirken. Offensichtlich glauben doch viele an den "Johannes"-Spruch...

... zu Recht, wie ich anmerken möchte...

Zahltag

Die Rechnung kommt immer am Schluss...

Kundennr./Artikel

 

Ich hab Sie im Auge...

... und irgendwann kommt die Rechnung!

Rechnungssteller

... bin ich!


Hast Du Fragen, schreib an

SirParker[ät]gmx[dott]de

Abrechnungszeitraum

berechnend seit 1270 Tagen
Letzte Rechnung am:
15. Jan, 10:26

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...
Gibt es schon einen neuen Blog?
Martin (Gast) - 15. Jan, 10:26
re
Hehe Gutes Interview! :)) Leider konnte ich das Foto...
Martin (Gast) - 23. Dez, 08:31
hallo mensch ders video...
hallo mensch ders video gedreht hat^^ erstmal: hübsches...
Miri (Gast) - 28. Jan, 22:16
bauuuueeerrr
ich find bauer sucht frau einfach nur geil!
bauer sucht frau (Gast) - 20. Nov, 23:10
Das Ende naht..
Heute ist es wieder Willkommen Alltag, willkommen sie...
YanNelet - 14. Nov, 17:00

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