In der Klinik
Der gestrige Donnerstag war nicht nur mies, nein, er war echt für´n Arsch. Und das lag beispielsweise daran, dass er schon viel zu früh begann.
Um 00:30 Uhr erwachte ich schmerzerfüllt. Mein Magen krampfte wie Hirne beim Silvesterstadlzuschauer und zwang mich schnellstens das Bad aufzusuchen, wo ich mir die nächsten fünfeinhalb Stunden die Seele aus dem Leib kackte Mühe gab zu überleben. Ich weiß nicht, wer von euch solch Situation kennt, aber wenn man mal eine komplette Nacht diarrhoerend verbracht hat, haut einen so schnell nix mehr um. Dachte ich!
So um kurz vor sechs wagte ich es dann zurück ins Bett zu kriechen. An Schlaf war jedoch nicht zu denken, denn noch immer fühlte sich mein Magen an, als hätte ich einen großen Teller Rasierklingen mit einer Flasche Drano PowerGel runtergespült. Unweigerlich musste ich an die Spiegelungen vom Winkelsen denken und bei dem Gedanken daran, dass meine Situation 5 Monate andauern konnte, fing ich an zu weinen... fast!
"Ok, Du musst zum Arzt!" Diese nicht mehr diskutable Feststellung seitens der Holden teilte ich zwar nicht uneingeschränkt, aber wenn man in kürzester Zeit geschätzte 20 Kilo per Toilettengang abgenommen hat, ist die Fähigkeit schlüssig zu argumentieren kaum noch existent. Also ab zum Arzt.
Hier durfte ich ca. eine Stunde warten (Kassenpatient) und wurde dann befragt, abgetastet, geultraschallt und mit den Worten "Ich würd Sie lieber in einer Klinik unter Beobachtung sehen! Schwester, bestellen Sie dem Sir mal einen Krankenwagen!" verabschiedet. Das DRK rückte an, schnallte mich auf den Sitz neben die Praktikantin (die eigentlich seit sechs Jahren bei der Bundeswehr ist) und raste mit mir zur Chirugie der Uniklinik Erlangen - wo ich dann eine weitere Stunde warten durfte!
Gegen halb vier wurde ich dann aufgerufen und durfte einem unsympathisch wirkenden Arzt in ein Behandlungszimmer folgen, wo schon vier(!) ÄzA´s (Ärztinnen zur Ausbildung) warteten. Ich musste mich freimachen, auf die Pritsche legen und wurde erneut abgetastet. "So, nun drehen Sie sich mal auf die Seite und ziehen sie die Hose ein Stück weiter runter!" sprach Dr. Unsympath und zog sich einen Handschuh an... Was hat der denn vor?... irgendetwas in mir sagte mir, dass das folgende unschön werden würde...
Wie weit rein er wirklich getastet hat, kann ich nicht sagen, ich kann nur schätzen... 2 Meter! Gefühlte 2 Meter schob mir der immer weiter an Sympathie verlierende Weißkittel den Finger in meinen bis dato jungfräulichen Hintern. Seine Frage "Tut´s denn weh?" hätte ich fast mit lautem Lachen beantwortet... wenn´s nicht so scheiße weh getan hätte. "Nur da, wo der Finger ist!" presste ich hervor um vor den (um uns herumstehenden) jungen ÄzA´s nicht völlig das Gesicht zu verlieren.
Völlig traumatisiert durfte ich mich wieder ankleiden. "So, jetzt noch röntgen, ultraschall, Urinprobe und großes Blutbild" erleuterte mir mein Vergewaltiger das weitere Prozedere. Blutbild?! Och menno. Wisst ihr, ich hab´s nicht so mit Spritzen. So garnicht. "Ach wissen Sie, wir legen Ihnen gleich einen Zugang, dann müssen wir später nicht nochmal stechen, wenn Sie eventuell operiert werden." - Bin ich hier im falschen Film? Operation? Wie gesagt, meine Fähigkeit zur Argumentation war nicht mehr vorhanden. Mit der Holden an meiner Seite echtem Heldenmut ließ ich alles über mich ergehen. So, nun noch auf den Oberarzt warten, der das Urteil verkündet...
... "Tja, Röntgenbild, Ultraschall und Urinprobe sind astrein. Das Blutbild auch, aber dieser schlagmichtot-Wert könnte auf Probleme mit der Galle schließen lassen. Am Besten Sie gehen jetzt mal nach Hause und kommen morgen nochmal, dass gibt es eine erneute Untersuchung, ein erneutes Blutbild und dann können wir abschließend was sagen. Ach ja, und diese beiden Einläufe nehmen Sie bitte auch mit. Die Schwester erklärt Ihnen noch wie die funktionieren."
Sie hat es mir erklärt, aber ich habe vorher schon gewusst, dass ich das Zeug nicht einführe! Eine Nacht auf dem Villeroy&Boch-Sitzmöbel hat gereicht. Morgen geht´s mir gut und Dr. Rektaluntersuchung kann sich ein anderes Opfer suchen....
... ich bin doch für die nicht der Arsch...vom herzen gute besserung, werter sir.
Gute Besserung jedenfalls. Viel Zwiback, Soletti und Cola kaufen, genügend Toilettenpapier zu Hause haben und DVDs für die schlaflosen Nächte. So übersteht man jeden beschleunigten Darmgang mit links ;)
Wenn die Beschwerden nicht aufhören, kann ich aber auch nur nochmal darauf pochen, dass du das durchziehst, was die Ärzte empfehlen. Klingt zwar alles nicht besonders toll, aber wenn denen hinterher einfällt, wie es einem besser gehen könnte, weiß man, wozu man das alles getan hat.
Gute Besserung!
In diesem Sinne: Sir, Gute Besserung, SIR!
müde gegrinst...
Die Einläufe solltest du unbedingt machen. Wenn der Arzt nämlich bei der Coloskopie nichts sehen kann, weil da alles voll ist, und dann läßt er dich wutentbrannt sein Arbeitsgerät ablecken - das willst du bestimmt nicht.
And if you don't know - now you know!
Aber ein Finger ist noch lange keine Darmspiegelung.
Wenn es irgendwie geht: versuche, DIESE zu vermeiden. Kämpfe! Und wenn Du dafür 5 Monate Dünnsch heißt!
Kopf hoch
Machen Sie sich mal keine Sorgen, meine Mam hatte eine Darmspiegelung und sie trug es wie ein
Und ja, hören Sie auf Ihre Holde. Und auf den Doc. Beides zahlt sich aus. Sicher.
EY... Mann oder Lusche???
Ok, Spaß beiseite... auf dem Weg der Besserung bist du ja schon.. ich wünsch dir alles GUTE!
Aber dennoch gute Besserung.








da ich weder deine mutter, noch deine holde bin, erspare ich dir an dieser stelle die ermahnung, es nicht auf die leichte schulter zu nehmen und lieber einmal zuviel zum arzt ... blubbblubbblubb