Der Rasenmäher-Mann
Der Medienjunkie hat dazu aufgefordert, einen Beitrag über erste Ferienjobs schreiben, deshalb nun eine weitere Rückblende in die Kindheit des Sir, zurück zu dem Job, mit dem er sich das Geld für die Schläger, die ihn erpresst haben Kippen, Schnaps und Pornomagazine verdient hat.
Es war Sommer und ich hatte mich entschlossen in diesen Ferien mal nicht auf der faulen Haut rumzuliegen, sondern etwas zu tun... etwas großes... ARBEIT! Nun ist es so, dass in der pfälzischen Provinz gerade in den kleineren Dörfern es schwierig ist als Jugendlicher Arbeit zu bekommen. Für´s Teppichknüpfen werden nur jüngere eingestellt, Fußbälle werden neuerdings in Taiwan genäht und ein 14jähriger Spargeltarzan hat als Türsteher der mäßig besuchten Dorfdisco ebenso große Chancen wie Holland auf ein WM-Finale.
Zum Glück kannte ich jedoch jemanden in der kommunalen Verwaltung, und so war es mir möglich einen Job bei den Landschaftsgärtnern zu bekommen... man hatte das personifizierte Unkraut-Ex, den Mann mit dem schwarzen Daumen, die Person deren Gegenwart ausreichte um Pfalzen eingehen zu lassen für die dörflichen Grünanlagen mitverantwortlich gemacht.
Zuerst musste ich jedoch (man beachte die Überschrift) den Rasen mähen... den Friedhofsrasen um genau zu sein. So zog ich also mit Rasenmäher bewaffnet und Walkman im Ohr (Playlist: "Who want´s to live forever", "Heut ist ein guter Tag zum Sterben", "Only the good die young" uvm.) meine Runden auf dem örtlichen Todesacker. Die Stellen, die man mit dem Mäher nicht befahren konnte, mussten von Hand geschnitten werden... mit der Sense! So kam es, dass SirParker im Sommer ´94 ganz in schwarz gekleidet mit einem recht bleichen Gesicht und einer Sense in der Hand auf dem Friedhof stand... und das für 10 Mark die Stunde.
Neben dem Rasenmähen mussten auch noch öffentliche Plätze gekehrt, Lattenzäune am Kinderspielplatz gestrichen und und Unkraut aus Bordsteinfugen gekratzt werden... ich war also viel an der frischen Luft! Die Arbeit hat eigentlich auch Spaß gemacht, zumal wir drei Ferienarbeiter waren und ich mich mit den anderen gut verstanden hab. Die drei Wochen waren entsprechend schnell vorbei... leider hab ich genau so schnell aus das verdiente Geld ausgegeben...
Soviel also zu meinem ersten Ferienjob...ps: Am letzten Arbeitstag, als ich nochmal mit Mähen dran war sah ich plötzlich eine Blindschleiche im Gras. Um sie vor dem Messer zu retten nahm ich sie in die Hand und wollte etwas abseits wieder absetzen. Dass mir das Vieh dann aber in die Hand geschissen hat nahm ich ihm so übel, dass es nun einen hohen Bogen direkt in ein distelbewachsenes Waldstück machte!







